Artikel Gemeindezeitung Mai 2022

Liebe Altenbergerin, lieber Altenberger,

ich möchte die aktuelle Ausgabe unserer Gemeindezeitung dazu benutzen, ihnen einige Informationen unsere Gruppenpraxis und die medizinische Versorgung in unserer Gemeinde betreffend näher zu bringen.

Nicht nur die Pandemie und deren Folgen, sondern auch die Versorgung von Patientinnen und Patienten aus unseren Nachbargemeinden hat zu spürbaren Veränderungen unserer Ordination geführt.

Wie sie zuletzt den unterschiedlichen Medien entnehmen konnten, kommt es zu einer zunehmenden Ausdünnung der kassenärztlichen allgemeinmedizinischen Versorgung. Auch wir in Altenberg sind von dieser Entwicklung betroffen, da im näheren Umkreis mehrere Ärzte fehlen.

 

Unbesetzte Stellen und Patienten aus Nachbargemeinden:

Dr. Weiss aus Engerwitzdorf ist seit Ende 2020 in Pension; viele seiner Patienten sind vorübergehend von uns mitbetreut worden. Seit April 2022 gibt es nun mit Dr. Schott einen neuen Kassenarzt für Allgemeinmedizin in Engerwitzdorf, wir erwarten uns dadurch eine Erleichterung. Eine weitere Kassenstelle in dieser Gemeinde ist leider nach wie vor unbesetzt.

Mit Ende März 2022 ist Dr. Plessl aus Gallneukirchen in Pension gegangen. Zwei junge Kollegen, Dr. Pum und Dr. Streibl, werden mit Oktober als Gruppenpraxis seine Nachfolge antreten. Bis dahin werden wir vorübergehend auch diese Patientinnen und Patienten zum Teil mitversorgen müssen.

Dr. Ehrenhuber verlässt Gallneukirchen und übernimmt ab Oktober 2022 die Stelle von Dr. Eilmsteiner in Alberndorf, der ebenfalls in Pension geht. Damit fehlt ab diesem Zeitpunkt in Gallneukirchen wieder ein Arzt.

In Unterweitersdorf ist ebenfalls schon lange eine freie Kassenstelle für Allgemeinmedizin ausgeschrieben, für die es bisher keinen einzigen Bewerber gab.

 

Medizinische Unterversorgung in der Region:

Wie man aus obigem unschwer erkennen kann, kommen wir aus der Mangelversorgung derzeit nicht heraus. Eine Verbesserung ist zumindest kurzfristig leider auch nicht zu erwarten.

Die Folgen sind immer mehr Patienten, die keinen Hausarzt mehr finden und sich an uns mit ihren Anliegen wenden. Das bringt für uns zwangsläufig immer länger werdende Arbeitszeiten mit sich, die Zahl der Patienten steigt kontinuierlich. Als Kassenärzte können wir hier nur bedingt gegensteuern, da wir eine Verpflichtung zur Behandlung von Versicherten haben.

Dabei ist zu bedenken, dass die Ordination nur einen Teil unserer Arbeit ausmacht, da für Vertragsärzte ebenfalls verpflichtende Visiten-, Nacht- und Wochenenddienste sowie die gesamte Verwaltung und Bürokratie auch noch zu erledigen sind.

Umso unverständlicher ist es, wenn einzelne glauben, ihren woher auch immer stammenden Frust in unserer Ordination loswerden zu müssen und ein Verhalten meinen Mitarbeiterinnen gegenüber an den Tag legen, das inakzeptabel ist.

 

Wir sind Kassenärzte und stehen dazu:

Wir bemühen uns, als Kassenärzte in einer immer schwieriger werdenden Situation jeder Patientin und jedem Patienten die nötige Zeit zu geben und die jeweiligen Anliegen bestmöglich zu lösen. Dafür erwarten wir zumindest normale Umgangsformen und jene Wertschätzung, die auch wir jedem entgegenbringen!

Bitte bedenken sie auch, dass trotz unseres an sich gut funktionierenden Terminsystems auch immer wieder Patienten, auch Kinder, mit akuten Verletzungen oder Erkrankungen, die einer sofortigen Erstversorgung und manchmal auch Weiterleitung ins Krankenhaus bedürfen, in unsere Ordination kommen bzw. gebracht werden.

Manchmal werden meine Kollegin Dr. Reich oder ich auch während der Ordination direkt von der Rettungsleitstelle zu einem Notfall gerufen und müssen dann „alles liegen und stehen lassen“ und wegfahren.

Ich ersuche daher nochmals um ihr Verständnis, dass wir als im öffentlichen Gesundheitssystem tätige Vertragsärzte - im Gegensatz zum Wahlarzt – nicht immer nur streng nach Termin arbeiten können und es daher ungeplanter Weise manchmal auch zu längeren Wartezeiten kommen kann.

Jeder kann unvorhergesehen einmal rasche medizinische Hilfe benötigen, und ist dann froh, wenn diese schnell erfolgt. Und auch dafür sind wir zuständig.

 

Telefonische Erreichbarkeit:

Die Anzahl der Anrufe in unserer Gruppenpraxis hat sich in den letzten zwei Jahren vervielfacht. Neben Terminvereinbarungen und medizinischen Fragen – wie es zuvor üblich war - erreichen uns nun viele zusätzliche Anliegen per Telefon.

Krankschreibung (im Rahmen der Pandemie telefonisch möglich), oft langwierige Rezeptbestellungen und Auskünfte aller Art führen dazu, dass zumindest eine Mitarbeiterin nichts anderes mehr tut als zu telefonieren.

Und wenn sie gerade spricht, kann sie den nächsten Anruf nicht gleichzeitig entgegennehmen. Das führt dazu, dass wir – wie wir oft gesagt bekommen – telefonisch schwer erreichbar sind.

Stimmt! Allerdings sind teilweise über 100 Anrufe pro Tag (!) für uns nicht mehr abzuarbeiten, wir sind eine Arztpraxis und kein Callcenter - und im Wesentlichen mit der Patientenversorgung in der Ordination beschäftigt.

Daher meine Bitte: rufen sie nur dann an, wenn sie einen Termin vereinbaren wollen oder ein konkretes medizinisches Anliegen haben.

 

Rezeptbestellungen:

Wie oben erwähnt, sind Rezeptbestellungen eine der häufigsten Gründe für einen Anruf.

  • Ab voraussichtlich Mitte Mai wird es daher möglich sein, Rezeptbestellungen auf einen eigenen Anrufbeantworter zu sprechen und so die Leitung in die Ordination freizuhalten.
  • Weiters bieten wir ihnen an, die Bestellung in schriftlicher Form (Name, SV-Nummer, genauer Bezeichnung samt Stärke des jeweiligen Medikamentes) in unseren Briefkasten (beim hinteren Eingangsbereich - Haus der Gesundheit) einzuwerfen.

Binnen zwei Werktagen werden dann die benötigten Medikamente für sie als e-Rezept ausgestellt, sie können sie dann in der Apotheke mit der e-card abholen. An Wochenend- und Feiertagen sowie während unseres Urlaubs erfolgt klarerweise keine Ausstellung von Rezepten.

Dies gilt ausschließlich für bereits erfasste Dauermedikamente von bekannten Patienten. Sonstige Anliegen werden auf diesem Weg nicht bearbeitet.

Rezeptbestellungen per E-Mail – wie vielerorts praktiziert – werden von uns aus Datenschutzgründen nicht angeboten.

 

COVID-Impfung:

Ab sofort können sie sich in unserer Ordination mit dem Impfstoff von BiontecPfizer (Comirnaty) wieder gegen COVID 19 impfen lassen. Es gibt festgelegte Termine zum Eintragen, bitte nehmen sie den Impfpass und (falls sie noch nicht bei uns geimpft wurden) den ausgefüllten Aufklärungsbogen (auf unserer Homepage) mit.

 

Neue Mitarbeiterinnen:

Seit Mitte März verstärkt Desiree Pohl-Huemer unser Team als Ordinationsassistentin in Ausbildung.

Ab Anfang Mai wird Dr. Daniela Horner für neun Monate als Ärztin für Allgemeinmedizin Montag und Freitag in unserer Ordination mitarbeiten.

Wir freuen uns – gerade in Zeiten wie diesen - über die Verstärkung unseres Teams und ersuche sie, unseren beiden „Neuen“ ihr Vertrauen und Wohlwollen entgegenzubringen.

 

Gemeinsam werden wir es schaffen, das Beste aus dieser in vielerlei Hinsicht schwierigen Zeit zu machen!

Ihr Gemeindearzt,

Thomas Pachinger